Hesch gwüsst ...?

Schulchronik "Läufelfingen"

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

Reihenfolge und kurze Biographie der Lehrer seit 1775

 

Wie wir oben gesehen, so starb im Jahre 1775 der Schulmeister Hans Jakob Rudin nach vieljähriger Wirksamkeit, und sein Sohn Hans Rudolf Rudin folgte ihm im Amte. Dieser wurde wegen Altersschwäche, welche ihn nötigte, eine Zeitlang die Schule im Dorfe zu halten, im Jahre 1804 ehrenvoller Weise entlassen, nachdem er während 29 Jahren der Schule vorstanden. Er erhielt für seine treuen Dienste eine lebenslängliche Pension von wöchentlich 24 Batzen, an welche das Kirchengut das eine, und die Nachfolger im Amt die andere hälfte bezahlen.

Auch sein Nachfolger, Johan Gisin, vorher Lehrer in Hölstein; aber er blieb nur vom März 1804 bis Mai des gleichen Jahres, und wanderte dann nach dem Banat in Ungarn aus.

Auch sein Nachfolger, Johan Meier von Binningen, vorher Lehrer in Riehen, hielt nicht lange Stand, sondern gab schon im Oktober gleichen Jahres seine Demission ein, und ging wieder nach Riehen.

Die Wiederbesetzung erfolgte erst im Januar 1805, vo Hs. Georg Strub von Läufelfingen durchs Loos die Lehrerstelle erhielt *. Strub war der uneheliche Sohn eines vornehmen Baslers, in Basel auferzogen und in den dortigen Stadtschulen gebildet worden. Er besass daher für die damalige Zeit ziemliche Kenntnisse, sprach französisch und führte eine gute Feder, so dass er bald nachher auch Schreiber das Zivilgerichts Rümlingen wurde. Bei seinen Schülern machte er sich durch den Haselstock und das Knieholz sehr gefürchtet, dennoch wäre er in gutem Andenken geblieben, wenn er sich in moralischer Beziehung besser gehalten hätte. Mit Herrn Pfarrer Lutz, welcher als Geistlicher, zufolge der damaligen Schulgesetzgebung, die Oberaufsicht über die Schule und Lehrer ausübte, stand er in beständigem Zwist.

Einmal an einem Sonntagmorgen, im Winter, als Lutz ihm durch die Magt ansagen liess, er solle auf dem Kirchhof die Wege vom Schnee säubern, gab Strub zur Antwort, der Herr Pfarrer nehme den Sommernutzen, er solle den Winternutzen auch nehmen. Strub Meinte nämlich, Lutz behalte im Sommer das Gras ab dem Kirchhof für sich, während es von Rechtswegen dem Siegristen gehöre. Dennoch bemerkt Herr Pfarrer Lutz in einem Schulbericht an das Deputantenamt vom Jahre 1816 in Bezug auf den Lehrer:“ wenn er sich künftig, wie seit einiger Zeit, besser aufführe , so werde ich das früher Geschehene mit dem Mantel der Liebe zudecken.“

Strub starb am 15. Januar 1822. Bis zur definitiven Wiederbesetzung vikarierte J. Hasler von Sissach, sowie verschiedene Bürger von Läufelfingen.

Im April 1822 wurde durch das Deputatenamt Mathias Buser von Känerkinden zum Lehrer gewählt. Er war vorher Schreiber in der Statthalterei Sissach, und bildete sich in der damals in Muttenz bestehenden, durch Herrn Pfarrer Bischof geleiteten Lehrerbildungsanstalt zum Lehrer aus. Dieser Wackere Mann verband die besten Eigenschaften eines Volksschullehrers, und zeichnete sich besonders durch Rechtschaffenheit, Bescheidenheit und grossen Fleiss aus. Er wurde 1842 als Gemeindebürger angenommen, zweimal (1838 und 1850) von Rümlingen zum Verfassungsrat gewählt, und überhaupt noch mit manchen Beamtungen und Missionen betraut. Er war ein grosser Freund der Vaterlandskunde und seine Bibliothek, die diesbezüglich der Kantonsgeschichte fast alles enthielt, was in älterer und neuerer Zeit auf diesem Gebiet erschienen, unterstützte wesentlich die Ausarbeitung vorliegender Heimatkunde. Da sich nach und nach die Schülerzahl sehr vermehrt hatte, war die alte Schulstube bei der Kirche zu klein geworden, so dass die Gemeinde genötigt wurde, im Jahre 1843 das neue Schulhaus im Dorf zu erbauen. Als endlich die Schülerzahl gar auf 120 gestiegen war, wurde die Schule im Jahre 1855 getrennt, und die Oberschule Heinrich Buser, Lehrer in Diegten, berufen.

Doch nicht lange sollte der Sohn das Glück geniessen, vereint mit dem Vater am gleichen Werke zu arbeiten. Infolge eines unglücklichen Sturzes in den Keller starb Letztes, von Jedermann tief bedauert, nach 37 jähriges, treues Wirken, den 11 April 1895.

Nachfolger wurde, nachdem Jakob Buser, Lehrer in Rünenburg, Sohn des Verstorbenen, die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt, Franz Kohl von Spener, Lehrer in Liederswil, welcher sich 1860 in Läufelfingen als Bürger einkaufte.

 
*) Die Lehrer wurden damals durch das Deputantenamt (Erziehungsrat) erwählt.
 

Design, Idee und © 2013 by www.flurnamenpuzzle.com